die dokumentarfilme von Quinka F. Stoehr


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Pressestimmen
zum Film

Ein leiser Porträtfilm, der eine Annäherung an die Kamerafrau und
Dokumentaristin Gisela Tuchtenhagen sucht. Die Spuren ihrer Vita werden
nicht mit Hilfe langer Interviewpassagen erkundet; stattdessen entwirft
der Film Situationen, in denen die Protagonistin auf Orte und Menschen
ihrer Vergangenheit reagieren und die damit verbundenen Gefühle auch
durch Blicke, Gesten oder beredtes Schweigen transparent machen kann.
(...) Eine unaufdringliche Hommage an jene Filmemacherin, die vor rund
30 Jahren als erste Frau auf dem Titel der Zeitschrift "Der Kameramann"
zu sehen war und seitdem den deutschen Dokumentarfilm wesentlich
mitgeprägt hat.
(Ralf Schenk in: film-dienst 11/07)
"Dass ich die Ausdrucksmittel Fotografie und Film gefunden habe, hat
mich überleben lassen" - diese Aussage von Gisela Tuchtenhagen ist die
Spur, der nun ein spannender Dokumentarfilm von Quinka Stoehr folgt.
"Zuneigung" ist eine filmische Reise in die Vergangenheit und Gegenwart
einer ungewöhnlichen Frau und Filmemacherin, deren Lebens - und
Arbeitsmotto sie selbst mit "Zuneigung" beschreibt.
(Berliner Zeitung 27. 9. 07)
"Es gibt keine Regieanweisungen", sagt Quinka Stoehr über ihre Arbeit,
die Tuchtenhagens eigenwilligen Stil aufgreift, "ich arrangiere, aber
ich inszeniere nicht. Ich versuche, Situationen herzustellen, in denen
etwas passiert." Wie die unverhoffte Begegnung in Paris, mit Leo, dem
unbekannten Sohn von Gisela Tuchtenhagens erster großer Liebe. "So was
kannst du dir nicht ausdenken. Das geschieht, wenn du Glück hast."
Quinka Stoehr geht es - um Beobachtungen, von Menschen und Begegnungen,
darum, die Schwingungen zwischen den Leuten einzufangen:"Da bin ich wie
ein Archäologe, der seine Fundstücke einsammelt."
(Kieler Nachrichten 6/06)
vollständiger Text
Quinka Stoehrs Porträt ist eine (...) warmherzige Annäherung an das
wechselvolle Leben einer lebensklugen Frau, deren Haltung zum Leben sich
in ihrer Handschrift als Filmemacherin spiegelt. Kunstvoll verschränkt
die Regisseurin Gesprächsszenen und Aufnahmen aus der Gegenwart mit
Filmzitaten und Bildern, die die Dokumentarfilmerin bei der Arbeit
zeigen. Dazwischen verweisen Tagebuchaufzeichnungen auf bedrückende
Jugendjahre.
"Dass ich die Ausdrucksmittel Fotografie und Film gefunden habe, hat
mich überleben lassen", sagt sie, ein großer Satz, der im Schweigen
nachklingt. Quinka Stoehr lässt diese Pausen zu, starke Momente, in
denen die Kamera auf dem Gesicht ihres Gegenübers ruht, das in solchen
Augenblicken mehr offenbart als tausend Worte.
(Sabine Tholund in: (www.infomedia-sh.de))
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Man sieht ja als Kameramann nicht häufig den Kolleginnen und Kollegen
bei der Arbeit zu. Eigentlich passiert das überhaupt nicht. Als sich
diese Möglichkeit für mich auftat, war ich in einer Mischung aus
persönlicher Neugierde und beruflichem Interesse sofort an dem Projekt
interessiert. Wir haben Gisela Tuchtenhagen an einigen Drehtagen
begleitet, haben sie manch sensible dokumentarische Situation filmend
gefilmt. Das war für mich routinierten Doku-Kameramann ziemlich
spannend, und ich erhielt sehr interessante Einblicke in eine
ungewöhnliche dokumentarische Arbeitsweise. Meine persönliche Haltung
und meine eigene routinierte Herangehensweise im Dokumentarfilm lernte
ich während der Dreharbeiten zu hinterfragen.
(Volker Tittel in: Film&TV Kameramann, 7/06)
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Unaufdringlich und gleichzeitig intensiv beobachtet die Kamera von
Volker Tittel die Filmemacherin, begleitet sie zum Treffen mit dem
ehemaligen Lebensgefährten Klaus Wildenhahn, surft durch die Wohnung,
aus der sich Tuchtenhagens Adoptivsöhne gerade ins Erwachsenenleben
verabschieden. Und Quinka Stoehr enthält sich jedes erklärenden
Kommentars; sie reisst Geschichten an, lässt Bruchstücke stehen und
Leerstellen, an denen sich die Phantasie entzündet. So enthüllt sich
nicht nur Tuchtenhagens filmischer Ansatz der Einlassung, so entsteht
auch das intensive Bild einer Persönlichkeit, unter deren kühler
Beherrschung bis heute ein Brandsatz glimmt und die im Filmemachen
einen Weg gefunden hat, die Energien umzuwenden ins Produktive.
(Kieler Nachrichten, 3/06))
Zuwendung statt Zerstörung: Wie auch Wildenhahn betreibt Gisela
Tuchtenhagen das dokumentarische Filmemachen als kommunikativen Akt,
der das Gegenüber als Partner , nicht als Objekt begreift. Es ist eine
moralische Haltung, die ästhetische Konsequenzen hat. Denn der Respekt
vor dem anderen fordert, dass sich Dramaturgie, Perspektive und
Lichtsetzung den Menschen vor der Kamera unterordnen. So füllt sich der
(...) Titelbegriff "Zuneigung" mit konkretem Inhalt und beschreibt eine
Arbeitshaltung, die sich in Stoehrs Film anschaulich bei Tuchtenhagens
bewegter Dreharbeit (...) beobachten lässt.
Die enge Verbindung von Leben und Arbeit ist ein Leitmotiv des ebenso
intimen wie diskreten Portraits der Kieler Regisseurin Quinka Stoehr,
die ihrer Protagonistin nicht nur durch einige gemeinsame Filmprojekte,
sondern auch durch eine ähnliche Arbeitsweise verbunden ist.
(Silvia Hallensleben, epd-Film, 12/07)
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Quinka Stoehrs Porträt ist ein eindrückliches (...)Porträt, das den
ZuschauerInnen Raum lässt für eigene Gedanken und Interpretationen
(...). Die wohlwollende Zurückhaltung, der Respekt gegenüber der
Porträtierten prägen den Film über Gisela Tuchtenhagen. An diesem Punkt
hat Quinka Stoehr von der "Filmmutter" gelernt: sie greift auf, was auch
die Filme Tuchtenhagens ausmachen: eine feine Wahrnehmung, mit der
Kamera dabei zu bleiben, Stille aushalten und die Menschen kommen zu
lassen. Doch hat Quinka Stoehr längst ihren eignen Stil entwickelt. So
arrangiert sie, zum Beispiel an Orte zu reisen, die für die
Protagonistin bedeutend waren.
(Maike Jaschok in: gesche.online, Bremen)
"Das Interessante an Quinka F. Stoehrs Porträt ist die Mischung aus
Persönlichem und Beruflich-Künstlerischem, aus der das vielseitige Bild
einer beeindruckenden, ebenso herzlichen wie eigenwilligen Frau
entspringt. Man trifft hier nicht nur auf einstige Kollegen wie den
Filmemacher Klaus Wildenhahn, mit dem Tuchtenhagen lange
zusammengearbeitet hat und auch privat verbunden war, sondern sieht sie
ebenso in Interaktion mit ihren beiden Adoptivsöhnen. Die Regisseurin
nähert sich Tuchtenhagen auf ihre eigene Weise: eben indem sie sich
ihr "zuneigt".
(Katalog: 23. Kasseler Dokumentarfilmfestival
)
Ruth Bender
Kieler Nachrichten vom 09.03.2006
"Filmen um zu Überleben"
Interview von Sabine Tholund mit Quinka Stoehr
in Infomedia S.- H. 2 / 2006
„Gisela war klar, dass ich „meinen“ Film machen musste ...“